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Leider immer noch kein SNI mit Windows XP und dem Internet Explorer

Und wieder mal bremst Microsoft das Web aus. Dank der Marktmacht von Microsoft und der immer noch gigantischen Verbreitung von Windows XP kann ein hochgradig wichtiges Feature moderner Webserver nicht uneingeschränkt verwendet werden: SNI.

SNI steht für Server Name Indication und macht möglich, was vorher nicht möglich war. Nämlich auf einer IP mehrere SSL-Zertifikate zu verwenden. Gerade heutzutage, in denen IP-Adresse ein knappes Gut sind ein nahezu unverzichtbares Feature. Aber dank Microsofts Nachlässigkeit für all diejenigen, die aus welchem Grunde auch immer an einer Windows-XP-Maschine mit einem Internet Explorer, unabhängig von der Version, sitzen unzugänglich. Der Grund hierfür erschliesst sich mir nicht, da alle anderen Browser (getestet mit Firefox 3.6.13, Opera 11.01, Safari 5.0.3, Chrome 9.0.597.98) unter Windows XP einwandfrei mitspielen. Außerdem liegt der entsprechende Entwurf seit 2006, also mittlerweile rund fünf Jahren, vor.

Die weiterhin starke Verbreitung von Windows XP und des Internet Explorers macht es zu einer Gratwanderung, SNI tatsächlich im Produktiveinsatz zu betreiben. Nutzbar ist die Technologie dann, wenn man maßgeblichen Einfluss auf die Arbeitsumgebung derer hat, die die SSL-gesicherte Verbindung tatsächlich nutzen sollen. Möchte man aber einen kleinen Onlineshop betreiben, für den sich SSL nahezu aufdrängt, kann man die IP-Adressen-sparende Variante SNI von vornherein ausschliessen, da man sich durch die Verwendung dieser Technologie gegen alle Internet-Explorer-nutzende Windows-XP-Benutzer ausspricht. Eine entsprechende Abfrage des Clients vor Aufnahme der Verbindung ist zwar möglich, aber was möchte man mit den Internet Explorern machen? Sie auf eine ungesicherte Verbindung weiterleiten? Eine Warnmeldung ausgeben lassen? Beides ist eigentlich nicht erstrebenswert. Es bleibt also wieder nur die alte Methode, ein Zertifikat pro IP-Adresse zu verwenden.

Wie schon eingangs erwähnt, mal wieder ist Microsoft eine bremsende Kraft beim Fortschritt im Web. Wie sie es schon seit Jahren sind, spätestens nämlich seitdem der Internet Explorer 6 als veraltet gilt, was seit nunmehr bestimmt sieben Jahren der Fall ist…